Zur Präsentation des Originalmodells der Määkuh - und was man nicht vergessen sollte ...
Die KI, als Initiator zur Rettung der Määkuh, begrüßt die neueste Entwicklung zur Restauration dieses letzten Kettenschleppschiffes am Main und die mögliche Anlandlegung am Mainufer vor dem Schloss. Wir wünschen uns eine öffentliche Präsentation des Schiffes. Auch eine gastronomische Nutzung durch den Besitzer ist mit den Vorstellungen und Zielen der KI vereinbar. Die Vorstellung des Originalmodells der Määkuh durch den Oberbürgermeister Klaus Herzog war ein wichtiger Schritt um die Öffentlichkeit für dieses Thema weiterhin zu interessieren.
Allerdings sollte dabei nicht vergessen werden, dass der Stadtrat mit großer Mehrheit am 15.6.2009 den Erhalt dieses wichtigen Industriedenkmals abgelehnt hatte. Erst durch die öffentliche Aktion der KI am 20.6.2009 in der Fußgängerzone und am Rathaus konnte der Grundstein für die Rettung der Määkuh gelegt werden. Die Gründung des Vereins „Technikdenkmal Määkuh“ im Juli 2009 war deshalb ein wichtiger Schritt um die Beseitigung des Schiffes zu verhindern. Durch seine aktive Arbeit hat der Verein entscheidend zum Erhalt der Määkuh und zur Dokumentation der Geschichte der Kettenschleppschifffahrt am Main beigetragen.
Ursprüngliches Ziel des Vereins war es, das Kettenschleppschiff Määkuh vor der Verschrottung zu retten und dazu gegebenenfalls zu kaufen. In einer groß angelegten Öffentlichkeitskampagne konnte der Wert dieses Technikdenkmals in der Bevölkerung und auch in der Verwaltung und Politik breit verankert werden. Selbst der bayrische Wissenschaftsminister Heubisch besuchte das Schiff und der Planungsreferent der Stadt Aschaffenburg spricht gar von einem nationalen Denkmal. Der Kauf wurde überflüssig, weil der Unternehmer Jürgen Westarp das Schiff Mitte September 2009 erworben hat.
Der Verein hat sein Ziel, das Schiff zu retten, somit erreicht. Die KI unterstützt den Verein in dem Bemühen bei der Renovierung und Restaurierung des Schiffes mitzuhelfen, um es der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und als Dokumentationsraum zu nutzen.
Technikdenkmal Määkuh e.V.: Besitzverhältnisse geklärt! Määkuh verkauft!
Die Määkuh ist verkauft! Diese Woche ist der Besitz an den Interessenten Westarp übergegangen. Dies erklärte heute der Sprecher der bisherigen Besitzergruppe Schulz/Schramm, Herr Schulz gegenüber dem bisherigen Verhandlunglungsführer des Vereins „Technikdenkmal Määkuh“ Johannes Büttner. Obwohl der Verein rund 7000,- Euro geboten hatte um in den Besitz der Määkuh zu gelangen, die Schleppgenehmigung durch das Wasser- und Schifffahrtsamt bekommen hätte und einen neuen Liegeplatz am Floßhafen hatte, ist der Kauf gescheitert. Herr Westarp hatte anscheinend die besseren Karten in diesem undurchsichtigen Spiel.
Der Verein erwartet nun von dem neuen Besitzer den Erhalt und die Restaurierung des Denkmals sowie in Zukunft den Zugang der Öffentlichkeit zu diesem Schiff. Alle denkmalgeschützten Teile sind zu erhalten, die Aufbauten zurückzubauen und der äußerliche Zustand ist wiederherzustellen. Eine gastronomische Nutzung – die der neue Besitzer anscheinend anstrebt – wäre auch im großräumigen Rumpf des Kettenschleppschiffes und als Außengastronomie möglich.
Der Verein weist nicht nur darauf hin, dass die Denkmaleigenschaft nicht aufgehoben ist. Im Gegenteil: Die Beschäftigung zahlreicher Beteiligter haben die Erkenntnis vertieft, dass es sich bei dem Industriedenkmal um ein einzigartiges und außerordentliches Zeugnis der Schifffahrt und der Kanalisierung eines Flusses handelt. Zahlreiche Besucher konnten sich darüber hinaus vergewissern, dass ein hoher Anteil von Originalsubstanz erhalten ist.
Der völlig überraschende Kauf geschah zu einer Zeit, zu der der Verein einen Liegeplatz gefunden hatte, an dem die Määkuh vorerst gerettet wäre. Zudem hat er aussichtreich begonnen, das Projekt konkret zu planen und über überregionale Initiativen zu finanzieren.
Der Verein wird seine Arbeit zur Rettung der Määkuh fortsetzen und bietet dem neuen Eigentümer die Zusammenarbeit an, das Technikdenkmal nach den Prinzipien der denkmalgerechten Sanierung und Restaurierung zu erhalten und zu nutzen. Die Mitglieder werden alles dafür tun, dass die fast erreichte Rettung und Sanierung fortgesetzt wird und das Boot auf keinen Fall vernichtet wird.
Määkuh erhalten - als alternatives Kulturzentrum!
Nachfolgender Leserbrief hat uns erreicht, den wir an dieser Stelle gerne veröffentlichen:
»Mit Interesse verfolgen wir, MitgliederInnen des AbaKuZ e.V., die Diskussion um den Erhalt der Määkuh und möchten hiermit als Kulturinitiative unseren Beitrag dazu leisten: Unserer Meinung nach fehlt es bisher an einem wirklich innovativen Ansatz zur Nutzung - ein weiteres schwimmendes Restaurant oder der Umbau zum Ausstellungsstück gehen mal wieder an den Bedürfnissen der Mehrheit der Bevölkerung vorbei. Das können sicherlich einige Hundert Party- und Konzertbesucher bestätigen, für die die Määkuh in den letzten Jahren einer der letzten, für diesen Zweck nutzbaren und frei zu mietenden Räume war (unvergessene Banana Boot-Partys, Fuck e.V., AbaKuZ e.V. etc.).
Deshalb unser Vorschlag: die Määkuh wieder Seetauglich machen, an den Mainwiesen Anker legen und als alternatives Kulturzentrum in Selbstverwaltung für alle Menschen nutzbar machen. Ein benötigter Trägerverein ist mit AbaKuZ e.V. schon vorhanden und auch ein Nutzungskonzept liegt vor. Platz genug für Proberäume, Ausstellungsfläche für Künstler, Partys, Café-Betrieb etc. bietet das Schiff schon jetzt. Wir träumen jedenfalls von einer Määkuh unter Piratenflagge. Ahoi!
AbaKuZ e.V. - die Initiative für ein alternatives Kulturzentrum in Aschaffenburg
Katalin Liebert
1. Vorstand AbaKuZ e.V.«
AbaKuZ e.V. - Postfach 11 03 11 - 63719 Aschaffenburg






